Was die Welt im Innersten zusammenhält – Über die Funktionsweise von Jugendkulturen

Christina Heuschen

Menschen nutzen Zeichen und Strukturen, um ihre Handlungen oder Erklärungen auf das Wichtigste zu begrenzen, sie zu vereinfachen und damit für andere verständlich zu machen. Wichtige Mittel sind dabei Symbole, Rituale, Gruppen und Bilder. Sie helfen uns, sich in unserer Kultur zurecht zu finden und soziale Bezüge zu gestalten. Gerade Jugendliche inszenieren sich mit diesen Hilfsmitteln. Oft spielen dazu Medien eine wichtige Rolle.

Symbol

Rosen stehen für die Liebe, Irokesenschnitte für Punks und Tattoos stehen für alles mögliche. Das alles sind Symbole, die man auch Zeichen nennen kann. Sie haben eine ganz bestimmte Bedeutung und verweisen damit auf etwas anderes oder verschlüsseln etwas. So, wie man einen Schlüssel für eine Tür braucht, um das dahinter liegende Zimmer betreten zu können, braucht man einen Schlüssel, um den Code eines Symbols entschlüsseln und dessen Bedeutung erkennen zu können. Diesen Schlüssel besitzen nur Menschen, die das Symbol kennen.

Ritual

Küsschen rechts. Küsschen links. Oder ein Handschlag. Jedes Mal, wenn man seine Freunde trifft, begrüßt man sich auf dieselbe Art und Weise. Begrüßungen sind Rituale. Rituale sind also Handlungen, Gesten oder Worte, die nach bestimmten Regeln ablaufen und wiederholt werden. Denn, wer diese Rituale kennt und praktiziert, gehört „dazu“: zu einer Gruppe oder Szene!

Gruppe

Freunde schließen sich in einer Clique zusammen. Mehrere SchülerInnen bilden eine Klasse – meist mit mehreren Untergruppen. In einer Gruppe sind also immer Menschen zusammen, die etwas gemeinsam haben und dies auch zeigen wollen. So grenzen sie sich auch von anderen ab.

Bild

Comics, Spiegelbilder, Filme, Fotos: Man kann sie mit einer Videokamera aufnehmen, mit einem Fotoapparat knipsen oder man nimmt ganz einfach ein Handy. Mit all diesen Geräten kann man verschiedene Formen von Bildern produzieren: Bilder von sich oder von anderen, mit denen man etwas zu tun haben will – als Freunde, Feinde oder Idole. Medien stehen auch deshalb bei Jugendlichen im Mittelpunkt ihres Lebens. Sie machen solche Selbst- und Fremdbilder leichter möglich und besser austauschbar.