Brainstorming

Julia Ebel

Brainstorming ist eine gute Möglichkeit, um ein Thema zu finden oder zu spezifizieren, worüber man dann forschen kann. Man tauscht Gedanken mit anderen Menschen aus und sammelt so Ideen, die einem allein vielleicht nicht in den Sinn gekommen wären.

In der Freiligrath-Schule ergibt sich das Thema meiner Gruppe sehr schnell.
Den drei Mädchen fällt beim Stichwort ‚Feiern‘ sofort die Hochzeit ein. Also fangen wir an, über das Thema Heiraten zu reden, um herauszufinden, was jede einzelne genauer erforschen soll. 
Es geht ums Tanzen, um Kleider und die verschiedenen Hochzeitstraditionen. „Ich male Abendkleider und ich hab auch schon mein Traum-Hochzeitskleid entworfen“, erzählt Duaa, und Jasmin wirft ein, dass ihre Kleider „voll schön“ seien. Duaas Leidenschaft für Abend- und Brautkleider wurde an dem Tag geweckt, als ihr Onkel geheiratet hat. „Das Kleid der Braut war einfach ein Traum“, schwärmt sie. Duaas Forschungsobjekt ist gefunden – das Brautkleid. Doch bevor man eine Braut wird, muss man erstmal einen Heiratsantrag bekommen. Schnell sind wir beim nächsten Thema. „Romantisch müsse er sein“, meint Jasmin und fügt hinzu, dass jedoch spezielle Regeln zu befolgen sind, wenn man eine muslimische Hochzeit feiern möchte. „Man bringt dann so Baklava oder was anderes Süßes mit, wenn man zu der Brautfamilie geht“, berichtet sie. Apropos Geschenke, Esra mischt sich ein und erzählt von den Geschenken, die man als Braut bekommt. Eines der wichtigsten ist die Aussteuerkiste, welche von der Brautmutter bestückt und dann an ihre Tochter weitergegeben wird. „Da sind zum Beispiel Handtücher und Patiks drin. Und wenn die Braut verheiratet ist, macht sie so kleine Packete mit diesen Sachen und schenkt die dann ihren Freundinnen.“
„Wenn ich heirate, dann bekomme ich von meiner Mutter ja nicht nur 10 Patiks sondern 200“, erklärt Esra. Das macht mich neugierig. Was sind Patiks und wozu braucht man davon so viele? Mit einem Handgriff zieht sich Esra den rechten Schuh aus und zeigt mir, was Patiks sind – gestrickte Hausschuhe. Gäste bekommen diese, wenn sie zu Besuch sind und Esra zieht sie im Winter in ihren Schuhen an, damit sie immer warme Füße hat.

Nach gut eineinhalb Stunden und einem sehr lebhaften Gespräch müssen wir unser Brainstorming beenden. Der erste Tag ist vorbei und die Schülerinnen haben ihre Themen gefunden, die es nun näher zu erforschen gilt.