„Was haben wir gemacht?“ – Der Ablauf des Sieben-Felder-Projekts

Anja Brendel

Über zwei Semester hinweg haben wir, die EthnologiestudentInnen im Master an der HU Berlin, fünf Projektwochen an vier Berliner Haupt- und Gesamtschulen durchgeführt. Die Schulen werden an dieser Stelle vorgestellt.

Im Sommersemester 2010 waren wir in Wedding an zwei Schulen, später dann in Kreuzberg, Wilmersdorf und erneut in Wedding. Dort haben die Studierenden zu zweit Gruppen gebildet, die je nach eigener Schwerpunktsetzung entweder medien- oder themenzentriert mit vier bis sechs SchülerInnen gearbeitet haben. Pro Projektwoche standen dabei abwechselnd zwei KünstlerInnen zur Verfügung, die die Arbeit aller unterstützt haben. Die Gruppe der betreuenden KünstlerInnen bestand aus Antonia Weisz, die sich auf die kreative Arbeit mit Texten spezialisiert hat sowie Žarko Jovaševic, der sich mit Musik und Sound beschäftigt, Rainer Untch, der Videokunst betreut und Julija Schemberger, die mit visuellen Medien und Fotographie arbeitet (zu den Künstlerportraits).

Während der ersten beiden Projektwochen waren alle Studierenden in die Projektarbeit wie auch in den künstlerischen Prozess involviert. Die KünstlerInnen haben unterstützend kreative Übungen angeboten und die prozessbegleitenden Doktoranden Jens Adam und Victoria Bishop haben teils die Gruppen mitbetreut, teils mit ethnologischem Blick beobachten können.

Die Gruppenarbeit fand dann medial verteilt als „Arbeit mit Geräusch und Ton“, „Arbeit mit Kamera und Film“ sowie „Arbeit mit Kamera und Foto“ und „Arbeit mit Text und Papier“ statt. Hinzu kamen noch thematische Schwerpunkte, da sich inhaltlich zwar alle Gruppen mit den Themen „Koffergeschichten“ und „Fliegender Teppich“ befassten, diesen Rahmen aber offen interpretierten – zum Beispiel „Fundstücke“ oder „Kleidung und Style“ zum Kernthema machten.

In den einzelnen Gruppen wurde neben der thematischen Arbeit auch versucht, eine methodische Ebene zu etablieren, die die ethnologische Forschungsweise vermittelt. Dazu wurden die einzelnen Themenschwerpunkte mittels ethnologischer Methoden generiert und dann tiefer gehend weiterverfolgt. Das passierte in den Arbeitsgruppen individuell verschieden und flexibel an SchülerInnen und Schulen angepasst. Das Forschen mit den SchülerInnen gemeinsam war zentrales Anliegen des ganzen Projekts.

Im zweiten Teil der Arbeit konnten wir – dank Förderung durch verschiedene Projektpartner – stärker durch KünstlerInnen unterstützt werden. Das bedeutet konkret, dass in jener zweiten Phase jede studentische Gruppe mit je einem/einer KünstlerIn fest innerhalb einer Projektwoche zusammenarbeiten konnte. Es festigten sich die Gruppen Foto, Film, Ton und Text, wobei wir stets darum bemüht waren, nicht attraktivere und weniger attraktive Arbeitsbereiche anzubieten.

In jeder Projektwoche arbeiteten wir mit den SchülerInnen fünf Tage lang in den Schulen von etwa 8:00 bis 13:00 Uhr. Währenddessen wurden auch Exkursionen und Ausflüge unternommen, sowohl im Wohnumfeld der SchülerInnen als auch an unser Institut in der Mohrenstraße und das Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, wo jeweils ortsgebunden geforscht und erkundet wurde. An jedem Freitag am Ende einer Projektwoche stand uns eine schulinterne Präsentation bevor, in der die Arbeitsergebnisse vorgestellt sowie Prozesse und Methoden erläutert wurden.

Im Bereich Ablauf geben wir hier einige Einblicke in die praktische Arbeit mit den SchülerInnen und zeigen in den ,Versuchen‘ wie es zu einigen der Ergebnisse kam, die eingehender hier aufgeführt werden.
Im Bereich Anwendungen zeigen wir anhand von ausgewählten ethnologischen Methoden, wie wir gearbeitet und Ergebnisse eingeordnet haben.